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alpin: der höchste kreuzweg der alpen I – erstbegehung

Erstbegehung des höchsten Kreuzwegs der Alpen: Wir berichten live von der Tour aus den Hohen Tauern… Nach einem Höllenritt durch alle Staus Deutschlands haben doch noch alle Teilnehmer den Ausgangspunkt unserer Tour erreicht. Der dichte Verkehr am langen Wochenende vor dem 3. Oktober hat die Anreise zu einem Geduldsspiel werden lassen. Unter zwölf Stunden hat es letztlich niemand geschafft.

Erstbegehung des höchsten Kreuzwegs der Alpen – Anreise als Abenteuer

Etliche Bergstraßen mit Höhen von z.T. über 1600 Metern und die traumhafte Kulisse der Hohen Tauern haben die Anreise selbst dennoch zu einem Erlebnis gemacht. Das gilt besonders für die Felbertauernstraße mit unzähligen Serpentinen, Kehren und Lawinentunneln. Nicht zuletzt auch für den 5,3 Kilometer langen Felbertauerntunnel der das Gefühl vermittelt in einem Bergwerk zu sein. Da kommen bei Menschen aus dem Ruhrgebiet schon fast Heimatgefühle auf. Aber: Absolut garnix (Dialektausdruck) für Menschen mit Platzangst.

http://www.felbertauernstrasse.at

Bergsteigerdörfchen Prägraten am Großvenediger

Nach unzähligen Kilometern Kurven und Staus gehört der Abend dem Ankommen, Ausruhen und der Vorbereitung der nächsten Tage.

Das kleine Bergsteigerdörfchen Prägraten liegt eingebettet von Dreitausendern fast am Ende eines abgeschiedenen Tals. Mitten im Nationalpark sucht man den Rummel und Massentourismus von Kufstein oder Kitzbühl hier vergeblich. Eher hat man den Eindruck das Ende der Welt fast erreicht zu haben.

Abgeschieden, lecker und modern

Das das nicht stimmt zeigt sich allerdings genauso schnell. Das winzige Gasthäuschen gegenüber fährt nicht nur Pommes und Schnitzel, sonder echte Tiroler Spezialitäten auf. Neben regionalem Wild stehen z.B. auch Tiroler Schlipfkrapfen auf der Speisekarte.

Auch technisch braucht sich hier niemand zu verstecken. Unsere Gastgeberin hatte, in Deutschland kaum selbstverständlich, nach der Begrüßung sofort ein WLAN-Password zur Hand. Und der Wirt des Gasthauses zeigte sich als Kenner moderner Technologie und verblüfft mit umfassenden Kenntnissen über die neuesten Smartwatches.

Erste Etappe – Felsenscenen, Gebirgsbilder und Wasserstürze

Nach einer ruhigen Nacht beginnt der neue Tag mit Nebel und Regen. Ein Zustand den wir zu schätzen lernen. Er wird den ganzen Tag anhalten.

Der Ausgangspunkt für die heutige erste Etappe des Kreuzwegs ist das Ende des Tals. In Hinterbichl ist einerseits tatsächlich die Welt zu Ende. Ab hier gibt es keine befahrbaren Straßen mehr. Andererseits findet sich am Ende der Welt nicht der berühmte Bretterzaun. Dafür das Umbaltal. Der Österreichische Reiseschriftsteller und Alpinist Josef Rabl beschrieb es 1882 so:

„Von der Mündung des Dotfthales aufwärts führt das Thal des Iselbaches den Namen Umbalthal. Dasselbe wird an Schönheit der Felsenscenen, Gebirgsbilder und Wasserstürze von keinem anderen Tuernthale übertroffen…“

Erstes Treffen mit dem grünen Fels – Serpentinit

Logisch, dass der erste Weg daher, noch vor der ersten Kreuzwegstation ins Umbaltal führt. Und in der Tat hat Alpinist Rabl nicht zu viel versprochen. Nach den tosenden Wasserfällen folgt ein, trotz des schlechten Wetters, beeindruckendes Hochtal. Auf halbem Weg treffen wir nun zum ersten Mal auf einen Stein, der uns von nun an auf unserem weiteren Weg begleiten wird: Den tief grünen Tauern-Serpentinit. Er erwartet uns neben warmen Getränken und leckerem Apfelstrudel an der Islitzer Alm. In diesem Fall in Form von Skulpturen die im Rahmen eines Kunstprojektes im Virgental entstanden sind.

Auch die Tafeln des Kreuzwegs sind aus diesem Stein entstanden. Sie wurden vom Prägratener Künstler Raimund Gröfler gestaltet. Sie bestehen aus polierten Tauern-Serpentinit. Ein tränendes Herz symbolisiert dabei die unterschiedliche Kreuzwegstationen, römische Ziffern bezeichnen die einzelnen Stationen.

Die erste Station, eine abgesägte Hügelkuppe

Dort wo Umbaltal und Maurertal zusammentreffen treffen wir schließlich auf die erste Station des höchsten Kreuzwegs der Alpen. Die erst 2015 geweihte neue Hubertuskapelle. Sie befindet sich an einer Stelle an der sieben Jagdreviere zusammen treffen. Und Serpentinit findet sich hier nicht nur in Form der ersten Kreuzwegstation, sondern auch als Fußboden der Kapelle. Das besondere: Obwohl der Stein spiegelglatt und hochglänzend daher kommt, handelt es sich um natürlichen Fels. Für den Neubau der Kapelle wurde eine natürliche Hügelkuppe abgesägt. Wie so ziemlich alle Felsen in Ströden besteht auch diese aus dem grünen Tauernfels. Glatt gesägt und poliert und völlig ohne Nähte und Fugen ein idealer  und natürlicher Boden für eine Kapelle.

 

Auch unser heutiges Tagesziel ist eine Kapelle. Nur wenig höher am Berg gelegen knapp 1,5 Stunden Gehzeit entfernt erwartet uns schon unser Tagesziel: Die Heilig Geist-Kapelle im Prägratener Ortsteil Bichl. Hier findet sich die zweite Kreuzwegstation und, nicht verraten, für alle Schatzsucher, ein hübscher Geocach. Nach einem verregneten Wandertag steht nun erst mal Ausruhen auf dem Programm.

Bei gutem Wetter starten wir am nächsten Morgen zur zweiten Etappe:

alpin: der höchste kreuzweg der alpen II – von bichl zur neuen sajathütte

alpin: der höchste kreuzweg der alpen III – eissee und eisseehütte

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