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alpin: der höchste kreuzweg der alpen II – von bichl zur neuen sajathütte

Der höchste Kreuzweg der Alpen II – von Bichl zur neuen Sajathütte. Bei gutem Wetter starten wir am nächsten Morgen zur zweiten Etappe. Der Laptop bleibt im Tal. Daher geht es nun leider nicht in Echtzeit weiter. Die zweite Etappe führt von Bichl aus steil Bergauf über die Stabanthütte zur neuen Sajathütte. Von 1400 Metern im Tal auf hochalpine 2600 Meter.

Von Bichl zur neuen Sajathütte – der Laptop bleibt im Tal

Hier finden sich die dritte und vierte Station des höchsten Kreuzweges der Alpen. Es regnet nicht mehr, auch der Nebel hat sich gelichtet. Er gibt den Blick auf die beeindruckende Kulisse des hinteren Virgentals gesäumt von etlichen schneebedeckten Bergriesen frei. Vorbei an weidenden Kühen geht es zunächst gemächlich bergan. Das ändert sich jedoch schnell als wir nach wenigen Metern auf den Normalsteig zur Stabanthütte abbiegen. Von nun an geht es merklich steiler bergauf. Lichte Lärchen und Fichtenwälder wechseln sich mit grasigen Hängen ab.

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Stabanthütte und nächste Kreuzwegstation rasch erreicht

Über gut ausgebaute Bergwege steigen wir, begleitet von  beeindruckenden Aus- und Tiefblicken auf. Kuhweiden, teils schmale Wegpassagen und abenteuerliche Brückenkonstruktionen begleiten uns. Schnell ist die Stabanthütte und mit ihr unsere nächste Kreuzwegstation erreicht. Bei Bedarf könnte man hier sogar übernachten. Wir  nutzen die Möglichkeit zu einer kurzen Rast. Über uns kommen erste Schneefelder in Sicht. Sie verschieben sich, der Sonne sei Dank, aber langsam aber sicher immer weiter nach oben. So geht es links der dritten Kreuzwegstation, die an einem großen Fels montiert ist, weiter.

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Sonnige, baumlosen Hochwiesen

Auch dieser Steig führt durch einen urtümlichen fast schon märchenhaften Lärchenwald (Dank an Rüdiger für diese Beschreibung). Er erscheint wenig begangen und ist auch nicht ausgeschildert. Dafür ist die Wegführung interessant und schattig. Letztlich mündet der Steig kurz vor der Baumgrenze wieder auf den Normalweg zur neuen Sajathütte. Wir passieren die im Herbst bereits Vieh-losen Wiesen der Katinaml, lassen die Häuser der Alm zu unserer linken liegen und steigen über die sonnigen, nunmehr baumlosen Hochwiesen in sanften Kehren dem nächsten Etappenziel entgegen.

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Allerdings ziehen sich die verbleibenden fast 600 Höhenmeter noch gehörig in die Länge. Oberhalb der Baumgrenze dominieren Wiesen und Felsen das Landschaftsbild. Entsprechend früh kommt die neue Sajathütte in Sicht. Sie begleitet uns von nun an gut sichtbar am Hang auf unserem Weg: Zunächst als kleiner Quader in großartiger Berglandschaft weit entfernt am Horizont. Später wirkt die Hütte fast wie eine Mittelalterliche Burg. Es mag an der Umgebung liegen, im Umfeld schroffer Felsen fügt sich die neue Sajathütte dennoch perfekt in die Landschaft ein. Sie wirkt damit kaum wie eine einfache Hütte, sondern wie Hüttenwirt Stefan Kratzer es formuliert: „Ein Schloss in den Bergen“.

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Je näher wir dem hochalpinen Schloss kommen, um so rauer wird das Wetter. Eine steife Brise peitscht über das Hochplateau und treibt, trotz Sonne feine Schneekristalle vor sich her die sich im Gesicht wie feiner Sand anfühlen Wir erreichen schließlich die vierte Station des Kreuzwegs und damit ein weiteres Zwischenziel.

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Vor Wind, Kälte und Schnee bietet uns die neue Sajathütte nur wenige Meter weiter perfekten Schutz. Leider flaut der Wind nicht ab. Auch neue Schneeschauer lassen die geplante Klettersteigtour auf die Rote Säule leider in unerreichbare Ferne rücken. Was also tun mit dem angefangen Tag!?

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Wir entscheiden uns spontan für Klettern. Nicht an den stürmischen, durch Schneeschauer rutschigen Felswänden, sondern in der Hütte. Und dort nicht an Dachbalken oder an die Dachschräge geschraubten Einzel-Griffen, sondern in einer richtigen Kletterhalle. Neun Meter hoch bietet sie an drei Wänden Routen der Schwierigkeitsgrade „Leicht“, „Mittel“ und „Schwer“. Toprope-Seile, Kletterschuhe und sogar Sicherungsgeräte sind vorhanden. Also rein in die Schuhe und ran an die Wand. Am Ende des Tages hat jeder eine Wand bezwungen. Und… sich das Abendessen redlich verdient.

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[Text/Bilder: reviersteiger]

 


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